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Das Projekt


 

Was ist ein Tropfhaus? Was verkaufte ein Hausierer? Wie muss man sich das Leben eines Taglöhners vorstellen? Welche Tätigkeiten waren im Tagesablauf von Knechten und Mägden von Bedeutung? Das Projekt “Von Knechten, Tagelöhnern und Wanderhändlern – Das Leben auf dem Land im 19. Jahrhundert“ geht diesen Fragestellungen detailliert nach und entführt in das Alltagsleben der ländlichen Unterschichten des 19. Jahrhunderts. Es wird als Gemeinschaftsinitiative des Levi Strauss Museum Buttenheim, des Museum Tropfhaus Sassanfahrt und des Bauernmuseum Bamberger Land Frensdorf in Zusammenarbeit mit AGIL Bamberg durchgeführt.

Wir lernen verschiedene Erwerbsmöglichkeiten und Lebensumstände der Unterschichten dieser Zeit kennen:

Heute ist ein Leben ohne Internet und Kaufhäuser kaum mehr vorstellbar. Im 19. Jahrhundert gestaltete sich die Einkaufssituation jedoch deutlich anders.

 

 Die Versorgung übernahmen häufig Wanderhändler bzw. Hausierer, die der Landbevölkerung den zumeist weiten Weg in die städtischen Märkte ersparten. Das Leben der oftmals jüdischen Hausierer war von vielen Beschwernissen geprägt. Anhand der Lebensgeschichte von Jeanserfinder Levi Strauss lernen wir im Levi Strauss Museum den rauen Alltag eines Hausierers kennen. Beim Bestücken eines Bauchladens können wir praktische Einblicke in das Leben dieser Berufsgruppe gewinnen.

Taglöhner waren im 19. Jahrhundert in der Dorfgemeinschaft wenig geachtet, als Arbeitskräfte  sowohl in der Landwirtschaft als auch bei Bauprojekten, z.B.  der Eisenbahn, jedoch von  großer Bedeutung. Entweder bei einem Bauern gegen Kost und Logis für einen bestimmte Zeitraum fest angestellt oder als freier Taglöhner mit wechselnden Arbeitsstätten, hatte diese Personengruppe ein hartes und entbehrungsreiches Leben. Das Museum Tropfhaus Sassanfahrt gibt einen interessanten Eindruck der beengten und ärmlichen Lebensverhältnisse der Taglöhnerfamilien.

 

Mit dem Besenbinden lernen wir eine typische Tätigkeit kennen, mit der Taglöhner ihr geringes Einkommen aufgebessert haben.

Die noch nicht industrialisierte Landwirtschaft war auf Arbeitskräfte, die Knechte und Mägde, zwingend angewiesen. Sie erledigten alle Arbeiten, die in Haus und Hof anfielen. Im Bauernmuseum Bamberger Land in Frensdorf  können wir das Leben auf einem Bauernhof im 19. Jahrhundert kennenlernen und den Tagesablauf der Knechte und Mägde nachvollziehen. Beim „Buttern“ erlernen wir eine typische Tätigkeit und stellen gleichzeitig ein Lebensmittel her, das auch heute noch  in jedem Haushalt verfügbar ist.
Neben dem Erarbeiten der  Lebensverhältnisse der ländlichen Unterschichten ist eine wesentliche Erkenntnis unseres Projekts, dass Menschen im 19. Jahrhundert im Wesentlichen auf die Gesellschaftsschicht festgelegt blieben, in die sie geboren wurden. Soziale Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten waren sehr begrenzt.

Gefördert durch

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER)
Oberfrankenstiftung
Staedtler-Stiftung